Kleinteile mit Datenbrille schneller kommissionieren

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Mit Kleinteilelagern kommissionieren Mitarbeiter Aufträge schneller. Zusätzliche Optimierung ist durch Datenbrillen möglich. nxtBase integriert dafür Hänel-Lager mit SAP.

Im Lager kommissionieren die Mitarbeiter die Artikel auf vielfältige Weise. Eine Art der Unterscheidung ist nach der Bewegung des Mitarbeiters in Bezug auf die Artikel. In vielen Lagern bewegen sich die Mitarbeiter hin zum Artikel. Dort greifen sie und gehen dann weiter zum nächsten Artikel. Dadurch entstehen für den Mitarbeiter teilweise sehr hohe Aufwände.

Der Mitarbeiter spart die Wege beim Kommissionieren, wenn sich der Artikel zu ihm bewegt. Das passiert entweder über sogenannte FTS (Fahrerlose Transportsysteme) oder über hochkonzentrierte Kleinteileläger. Genauso ist das bei MAN Diesel & Turbo SE, wo ein Hänel Lift eingesetzt wird.

Kleinteilelager spart Platz und Zeit

Im Kleinteilelager sind die Artikel in mehreren Ebenen untergebracht. In einer Art Schrank sind die Ebenen beweglich gelagert. Damit muss sich der Mitarbeiter nicht in eine bestimmte Ebene bewegen. Vielmehr wird die jeweils benötigte Ebene zu ihm heruntergefahren. Dann kann der Mitarbeiter über eine Öffnung in der Art einer Theke die Artikel entnehmen und kommissionieren.

Kommissionieren durch einen Mitarbeiter an zwei Kleinteilelagern.
Kommissionieren durch einen Mitarbeiter an zwei Kleinteilelagern. Bildnachweis: Hänel GmbH & Co. KG

Damit muss er sich nicht mehr zu jedem einzelnen Artikel hinbewegen. Lediglich für das Verfahren der Ebenen zum richtigen Artikel muss Wartezeit kalkuliert werden.

Freihändig kommissionieren mit Datenbrille

Häufig steuert der Mitarbeiter ein solches Kleinteilelager über ein Bedienpanel. Der Mitarbeiter gibt den nächsten zu greifenden Artikel an. Dementsprechend fährt das Kleinteilelager zur nächsten Ebene.

Für das Bedienpanel muss der Mitarbeiter seine Hände benutzen. Das heißt, dass eigentlich keine freihändige Bedienung möglich ist. Und er muss dazu vom eigentlichen Kommissionierbereich zur Seite treten.

Mit einer Datenbrille und einer entsprechenden App steuert der Mitarbeiter das Lager freihändig. Folglich spart er sich auch das separate Bedienen an einem Terminal.

nxtBase unterstützt MAN

Eine konkrete Lösung dieser Datenbrillen-basierten Steuerung hat MAN Diesel & Turbo SE in Oberhausen im Einsatz. Dort setzt MAN eine Datenbrillen-App ein, welche ein Kleinteilelager von Hänel steuert. nxtBase lieferte die Anbindung des Systems an SAP.

Zudem stecken in der Lösung einheitliche Web-Standards. Das heißt bei MAN, dass der SOAP-Standard eine wichtige Rolle spielt. Schließlich bietet das SAP-Systeme eine solche Schnittstelle an. Folglich spricht die Datenbrille eine standardisierte Sprache mit dem SAP-System.

Informationen von und Befehle für SAP

Mit einem kleinen Bildschirm zeigen Datenbrillen dem Nutzer wichtige Informationen an. Somit sieht er freihändig gleich seine aktuelle Aufgabe, ohne dafür zu einem Bedien-Terminal zu gehen.

Genauso freihändig nimmt eine Datenbrille auch Befehle entgegen. Zum Beispiel gibt der Brillenträger Sprachbefehle ein, die dann verarbeitet und an ein nachgelagertes System gesendet werden. Ebenso bietet die Datenbrille auch ein Touchpanel für die Bedienung an. Das ist zwar nicht im gleichen Sinne freihändig, aber zwingt den Nutzer zumindest nicht hin zum festen Bedien-Terminal.

Hierdurch sind die Mitarbeiter bei MAN flexibler bei der Bedienung. Speziell in dem Anwendungsfall kommt noch hinzu, dass die Auftragsabarbeitung an zwei Kleinteilelägern parallel passiert. Zudem optimiert das System auch die Abarbeitung der Aufträge.

Verbindung mit Wearables

Im Falle von MAN nutzen die Mitarbeiter zusätzlich industrielle Wearables für die Bedienung. Das heißt, dass sie die Artikelnummern mit einem Barcode-Scanner erfassen. Diesen Scanner tragen die Mitarbeiter ähnlich wie einen Handschuh. Gleichzeitig haben sie aber ihre Hände frei.

Mitarbeiter scannt Dokument beim Kommissionieren. Bildnachweis: Hänel GmbH & Co. KG
Mitarbeiter scannt Dokument beim Kommissionieren. Bildnachweis: Hänel GmbH & Co. KG

Schließlich ist der Scanner mit der Datenbrillen-App gekoppelt. Und folglich können auch alle Scans sofort im SAP-System gespeichert werden.

Gewinn schon durch einfache Datenbrillenhardware

Im vorliegenden Beispiel setzt nxtBase die Datenbrille Google Glass ein. Das ist eine Datenbrille mit einem kleinen Bildschirm für ein einzelnes Auge. Auch andere Datenbrillen ähnlicher Bauart wären einsetzbar. Zum Beispiel sind das die Vuzix M100 / M300 oder die Real Wear HMT-1.

Wie auch die Google Glass stellen diese Datenbrillen Verbindungen zu Servern her und tauschen mit ihnen Daten aus. Die mitgebrachte Kommunikationstechnik a la W-LAN oder Bluetooth ermöglicht diesen Datenaustausch.

Zu Bedenken ist in solchen Szenarien insbesondere die Tauglichkeit für den rauen Industrie-Alltag. Eine Datenbrille kann eben auch mal herunterfallen. Industrietaugliche Smartphones sind dagegen schon abgesichert. Bei vielen Herstellern von Datenbrillen fehlt allerdings solcher Schutz. Doch der Markt entwickelt sich. Es werden in Zukunft sicher mehr industrietaugliche Datenbrillen erhältlich sein.

Bildnachweis: Hänel GmbH & Co. KG

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