Datenbrillen gegen Autismus

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Der ständige Blick über die Schulter verbunden mit Hinweisen kann bei Autismus helfen. Damit bekommen Sie von einer Datenbrillen-App die Unterstützung, um ihre Mitmenschen richtig zu deuten.

Weltweit ist Autismus eine bekannte Krankheit. Je nach Grad des Autismus bedeutet es eine mehr oder weniger große Einschränkung im täglichen Leben. Sowohl für den Betroffenen, als auch für das Umfeld. Allerdings sind sich zur konkreten Ausbreitung die Umfragen nicht ganz sicher. Manche, zum Beispiel die WHO, geht von einem autistischen Kind bei 160 Kindern aus. Andere Untersuchungen kommen auf eins aus 60. Zumindest ist damit eine Größenordnung der Betroffenen abzuschätzen.

Im täglichen Leben sind Autisten bei einigen Situationen klar im Nachteil. Gerade wenn es um Kommunikation mit Menschen geht. Denn viele Menschen drücken einen großen Teil ihrer Emotionen auch über das Gesicht aus. Und diese Gesichtsausdrücke nehmen dann die Gesprächspartner wahr.

Wenn man dann die Gesichtsausdrücke richtig deutet, denkt man sich auch seinen Teil zum Gesagten. Und der unterscheidet sich vielleicht auch von den gehörten Fakten. Schließlich reagiert der Gesprächspartner dann mehr oder weniger passend zu den Emotionen. Autisten haben es genau an dieser Stelle schwerer.

Technik gegen Autismus

Neue Lösungen sollen Autisten nun helfen, sich selbst für Emotionen besser zu sensibilisieren. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Allen gemein ist, dass sie auf Datenbrillen in Verbindung mit der richtigen App setzen.

Einerseits bieten diese Apps dann die Möglichkeit, dass die Betroffenen Emotionen lernen können. Das beginnt damit, dass der Gesprächspartner der autistischen Person einen Gesichtsausdruck hat. Dieser wird dann durch die Datenbrille aufgenommen. Anschließend erkennt die App über Gesichtserkennung das eigentliche Gesicht. Zugleich wird auch der Gesichtsausdruck erkannt. Der Nutzer wird dann gefragt, welchen Gesichtsausdruck die Person hat. Beispielsweise mit einer Kopfbewegung nach rechts oder links kann er ein lachendes oder weinendes Smiley auswählen. Er muss also eine Art Quizzfrage beantworten. Falls der Nutzer richtig liegt, belohnt die App entsprechenden Punkten.

Dieses Lernprinzip kann auch leicht in ein Spiel abgewandelt werden. Die Aufgabe ist dann, dass der Datenbrillenträger in seiner Umgebung eine Person finden muss, die einen bestimmten Gesichtsausdruck hat. Gelingt ihm das, bekommt er auch gewisse Punkte als Belohnung.

Andererseits gibt es auch Ansätze für die direkte Unterstützung bei Unterhaltungen. Wiederum wird dabei das Gesicht des Gegenüber beobachtet. Die Datenbrille mit der App erkennt das Gesicht und die ausgedrückte Emotion. Schließlich zeigt dann der Datenbrillen-Bildschirm schriftlich die Emotion an. Und das hilft dann dem Betroffenen bei der richtigen Deutung der Situation.

Lösungen verfügbar

Ein relativ junges Unternehmen in dem Bereich ist Brain Power. Gründer des Unternehmens ist der Neurowissenschaftler Ned Sahin. Die Lösung ist in verschiedenen Varianten zu haben. Dabei konzentriert sich das Unternehmen nicht nur auf Einzelpersonen, sondern auch auf Gruppen. Dementsprechend sind auch Gruppentarife verfügbar.

Bei dieser Lösung ist die Algorithmik zur Gesichtserkennung ein wichtiger Baustein. Und mittlerweile bieten spezialisierte Softwarehersteller auch Algorithmen für die Gesichtserkennung an. Einer dieser Hersteller ist Sension.

Catalin Voss hat das Unternehmen Sension gegründet. Und er spezialisierte sich genau auf diese Erkennung von Emotionen in Gesichtern. Allerdings justierte dann das Unternehmen den Fokus etwas. Schließlich kaufte  das japanische Unternehmen GAIA System Solutions Sension. Diese arbeiten nun an der Integration der Technik in Fahrzeuge. Das verbessert die Sicherheit beim Fahren. Beispielsweise erkennt das System einen einschlafenden oder einen in die falsche Richtung blickenden Fahrer.

Datenbrillen für die Unterstützung

Die Google Glass ist dabei nur eine geeignete Datenbrille. Prinzipiell sind auch andere Datenbrillen geeignet. Denn notwendig ist ja nur eine Kamera für den Blick in die Umgebung und ein Bildschirm für die Anzeige. Die Daten wiederum können entweder direkt auf der Datenbrille, auf angeschlossenen Rechnern oder in der Cloud verarbeitet werden.

Beispielsweise ist die Epson Moverio oder die Vuzix M300 geeignet. Sie haben jeweils eine Kamera und auch einen Bildschirm. Auch die Microsoft HoloLens bietet im Prinzip die notwendige Technik. Allerdings muss der HoloLens-Träger dabei einiges an Gewicht auf dem Kopf behalten. Für Kinder scheidet die HoloLens damit aus, weil sie viel zu schwer ist.

Bildquelle: flickr/Asja Boros; Titel: emoticons sad. delighted. angry. wow! (zugeschnitten und geändert); Lizenz: CC BY 2.0 

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