Augmented AR oder Ellis im HoloLens-Wunderland

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Werbevideos für Augmented Reality gibt es in großer Anzahl, ob von Google, Epson, Sony oder anderen. Die Videos bilden jeweils mehr oder weniger die tatsächlich erlebte Augmented Reality ab. Microsoft hat in der letzten Woche diesen Videos nun noch ein weiteres, zunächst beeindruckend erscheinendes Video hinzugefügt – auf der Veranstaltung “Microsoft Windows 10 devices event“. Und man weiß nicht so richtig, ob man sich wie Ellis im Wunderland fühlen soll oder ob es tatsächlich ein Blick auf die nahe Zukunft ist.

Die Ursache für die Skepsis sind die Umstände, unter denen das Video zustande gekommen ist. Zunächst allerdings sollte man erst einmal einen Blick darauf werfen. Die für HoloLens relevanten Minuten beginnen nach etwas mehr als 10 Minuten. Zunächst wird die AR-Brille wieder als Werkzeug für viele verschiedene Branchen und Anwendungsfälle positioniert. Dementsprechend werden auch die schon bekannten Bilder der Anwendungsszenarien eingeblendet (Konstruktion und Produktentwicklung).

Nach knapp 12 Minuten wird dann das Projekt, das unter dem Namen X-Ray läuft, vorgestellt. Parallel befindet sich im Hintergrund eine Kamera, die für den Zuschauer die volle Sicht auf die Szene, inklusive aller zusätzlichen Grafiken darstellen soll. Der Zuschauer bekommt also nicht das zu sehen, was der HoloLens-Träger sieht, sondern die Sicht eines Dritten auf die gesamte Szene.

Das in dem Video vorgeführte Spiel ist durchaus beeindruckend. Die Geschwindigkeit und die Qualität der Darstellung überzeugen auf den ersten Blick. Interessant wird möglicherweise, wie die Technik dann wirklich in die industrielle Umgebung übertragen werden kann. In dem gezeigten Video gibt es die offensichtlich fest vorhandenen Stellwände, an denen sich die zusätzlichen Objekte für die Projektion orientieren können.

Wie kann das dann in der industriellen Realität aussehen? Wird der Anwender aufgefordert werden, seine Umgebung vor einer Anreicherung durch AR auch zu vermessen oder vielleicht mit der HoloLens aufzunehmen? Das könnte für industrielle Anwendungen eine Hürde sein, die noch mit geeigneten Werkzeugen zu überbrücken wäre.

Und schließlich läßt das Video noch aus einem anderen Blickwinkel vorsichtig werden. Für den künftigen Anwender nämlich, werden ziemlich hohe Erwartungen geweckt. Das heißt, dass auch die industriellen Nutzer bestimmte Vorstellungen und möglicherweise auch Anwendungen schon hineinprojizieren. Das erinnert ein bisschen an den Hype um die RFID-Technik, bei dem auch eine Ausstattung jedes Jogurtbechers mit einem RFID-Transponder prognostiziert wurde. Daraus ist offensichtlich noch nichts geworden. Die großen Versprechen konnten einfach nicht eingelöst werden.

Für Entwickler in den USA und Kanada kündigt Microsoft ein Erscheinen der HoloLens für das erste Quartal 2016 an. Interessierte können sich unter http://hololens.com für eine Entwicklerversion bewerben.

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