Er druckt nicht – mit Datenbrille dann schon!

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Unterstützung von Mitarbeitern bei der Wartung ist ein wichtiges Einsatzgebiet von Datenbrillen. Der jeweilige Systemexperte muss nicht vor Ort sein, sondern kann virtuell hinzugeschaltet werden, um an den entscheidenden Stellen die Zusatzinformation zu geben. Damit soll der Aufwand für den Systemexperten reduziert und die Verfügbarkeit von Wissen im Fehlerfall erhöht werden. So nun auch in der Druckindustrie mit einer industriereifen Lösung der Westsächsischen Hochschule Zwickau.

Laut verschiedener Studien, und insbesondere auch basierend auf der praktischen Erfahrung vieler Hersteller, sind 80% der Fehlerfälle bei Maschinen eher einfacher Natur. Das heißt, dass eigentlich ein Techniker vor Ort weitestgehend ohne den Systemexperten des Herstellers den Fehler beheben könnte. Weitestgehend! Manchmal wird eben doch noch ein kleiner Hinweise benötigt, um dem Fehler auf die Spur zu kommen oder bei der Wartung den richtigen Handgriff zu machen. Eben einfach über die Schulter schauen. Das ist zum Beispiel auch die Erfahrung bei König & Bauer, einem deutschen Hersteller von Druckmaschinen. Bisher waren bei Fehlern und Störungen an Kundenmaschinen häufig die Systemexperten gefragt, die dann ausrücken mussten, um den Kunden vor Ort zu unterstützen. Dies wird nun in Kürze geändert, da ein  industriereifes System zur Unterstützung des Kunden entwickelt wurde. Auf der Messe “World Publishing Expo 2015” in Hamburg wurde ein solches System vorgestellt.

Das System soll den Aufwand für eben diese einfachen Problemfälle deutlich reduzieren helfen. Zum Einsatz kommt dabei eine von der Westsächsischen Hochschule Zwickau selbst entwickelte, industrietaugliche Datenbrille. Industrietauglich heißt dabei zum einen, dass die Datenbrille robust genug ist, um im harten praktischen Einsatz zu überleben. Zum anderen wurde auch eine Software entwickelt, die genau auf die Bedürfnisse der Wartungstechniker zugeschnitten ist.

Im Fehlerfall wird dann der kundeneigene Techniker schnell bei der Fehlerbeseitigung unterstützt. Er setzt dazu die Datenbrille auf und stellt eine Videoverbindung zum Hersteller, hier eben KBA, her. Der Systemexperte des Herstellers wird dann den Techniker unmittelbar unterstützen, indem er die genau passenden Hinweise gibt. Er sieht den Fehlerfall ja nahezu so wie er es vor Ort beim Kunden auch könnte. Dazu hat er eine passende Software auf seinem Rechner im Büro. Mit speziellen Markierungen in dem Bild, das durch die Datenbrille aufgenommenen wurde, konkretisiert er seine Hinweise. Der Techniker vor Ort kann diese Hinweise sehen und damit schnell den Fehler beheben.

Wartung mit Datenbrille (Bildquelle: KBA)
Wartung mit Datenbrille (Bildquelle: KBA)

Neben der schnellen Unterstützungsmöglichkeit wird mit der Lösung der WHZ aber auch noch ein wichtiger weiterer Punkt gemacht. Die übertragenen Informationen, vom Techniker zum Systemexperten und wieder zurück, laufen nicht über öffentliche Server. Die Daten bleiben nur im gesicherten Netz des Herstellers. Das ist ein enorm wichtiges Kriterium, insbesondere bei dem zu schützenden Know How im Maschinenbau. Massentaugliche Lösungen, wie zum Beispiel Google Glass, bei denen bisher nicht sicher ist, welche Informationen wohin übertragen werden, können in solchen Anwendungen im Moment einfach noch nicht punkten.

Bildquelle: König & Bauer

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