Top 5 der möglichen Showstopper für industriellen Einsatz von Datenbrillen

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Datenbrillen werden für vielfältige (insbesondere auch industrielle) Einsatzzwecke als neues Werkzeug gepriesen. Mit der Möglichkeit, freihändig auf beliebige Informationen, die für das Erledigen der Arbeit notwendig sind, zuzugreifen, werden die Prozesse beschleunigt und Fehler können vermieden werden. Allerdings gibt es gerade im industriellen Einsatz einige Dinge zu beachten, die den Erfolg einer neuen Datenbrillen-basierten Lösung verhindern können. Hier sollen kurz die Top 4 dieser Probleme diskutiert werden.

#1 – Helligkeit des Displays

Das Display der Datenbrille wird direkt im Sichtfeld des Benutzers platziert. Das heißt, dass die Inhalte des Displays auch bezüglich ihrer Helligkeit mit der Helligkeit der Umgebung konkurrieren. Skizze-Helligkeit-SmartGlassesBei der Google Glass beispielsweise ist das Display durchsichtig und die Inhalte müssen für eine gute Darstellung mit einer ausreichend großen Helligkeit projiziert werden. In sehr hellen Einsatzszenarien kann es genau dabei zu Problemen kommen und der Benutzer kann die dargestellten Informationen unter Umständen nicht mehr erkennen.

Lösungsmöglichkeit: Konkretes Modell der Datenbrille vor den Einsatz intensiv in verschiedenen Helligkeitsszenarien prüfen. Gegebenenfalls ist auf ein Modell zurückzugreifen, das auch bei hoher Hintergrundhelligkeit die Darstellung leisten kann.

#2 – Freihändige Bedienung

Bei einigen Datenbrillen wird für die Freihändige Bedienung eine Spracherkennung vorgeschlagen. Spracherkennung kann aber in industriellen Umgebungen schwierig werden, wenn beispielsweise im Umfeld der Datenbrille Maschinen betrieben werden. Eine Spracherkennung kann dann bei hoher “akustischer Verschmutzung” unmöglich werden. Eine weitere Möglichkeit für freihändige Bedienung besteht in der Gestenerkennung. Hierbei könnten die Gesten allerdings in manchen Anwendungsszenarien unpraktisch für den Bediener sein. Zudem kann die Gestenerkennung je nach Hersteller unterschiedlich zuverlässig und präzise sein.

Lösungsmöglichkeit: Einsatzszenario hinsichtlich der akustischen Umgebung genau prüfen. Alternativ könnte auch eine Gestenerkennung geeignet sein, die allerdings zusätzliche Sensorik für die Erkennung und Ressourcen für Datenverarbeitung erfordert.

#3 – Robustheit

Geräte im industriellen Einsatz können herunterfallen oder von Mitarbeiter könnten unbeabsichtigt darauf treten. Mobile Handheld-Computer sind üblicherweise durch sehr robuste, teilweise sogar MIL-Standards-geprüfte Gehäuse gesichert. Aktuelle Datenbrillen verfügen derzeit noch nicht über solche Schutzgehäuse. Auch Tragebänder sind standardmäßig noch nicht bei Datenbrillen vorgesehen.

Lösungsmöglichkeit: Gehäuse der Datenbrille durch individuelle, zusätzliche Schutzgehäuse erweitern. Tragebänder einsetzen, um Datenbrille bei Betriebspause ohne Aufsetzen tragen zu können.

#4 – Betriebsdauer

Aktuelle Datenbrillen sind nicht für den Einsatz über einen Arbeitstag von ca. 8 Stunden ausgelegt. Das zeigen nicht zuletzt die Spezifikationen der Datenbrillen, die üblicherweise bei einer Betriebsdauer weit unter  8 Stunden liegen. Auch Test haben derartig kurze Betriebsdauern offengelegt.

Lösungsmöglichkeit: Einige Datenbrillen verfügen über einen USB-Anschluss, über den eine zusätzliche, kompakte Powerbank angeschlossen werden kann. Hierbei ist zu bedenken, dass das Anschlusskabel den Tragekomfort nicht einschränken darf.

#5 – Position des Displays

Hersteller von Datenbrillen konzipieren die Position des Displays unterschiedlich. Bei der Google Glass ist das Display im oberen Bereich angeordnet. Bei der Recon Jet ist es im unteren Bereich. Letztere Position bietet zum Beispiel bei sportlichen Aktivitäten wie Fahrradfahren den Vorteil, dass die üblich Kopfhaltung ein freies Sichtfeld eher im oberen Bereich benötigt. Ein zusätzlicher Display im unteren Bereich wird dabei nicht als störend empfunden. Anders ist es bei Arbeitsaufgaben, die beispielsweise im Lager auch häufig den Blick auf den Boden für das Erkennen von Objekten erfordert. Dort würde ein Display im unteren Bereich eher stören, er müsste im oberen Bereich angeordnet werden.

Lösungsmöglichkeit: Vor dem Einsatz einer konkreten Datenbrille ist zu prüfen, welches Sichtfeld in der Anwendung benötigt wird. Dementsprechend ist ein passendes Modell auszuwählen.

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