Magic Leap enthüllt Details zu baldiger Auslieferung

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Lange war der Hersteller Magic Leap von Gerüchten über sein spektakuläres Produkt umgeben. Nun gibt es mehr Details und die Auslieferung rückt näher.

Mittlerweile vier Jahre ist nun schon bekannt, dass Magic Leap irgendetwas mit Mixed Reality macht. Und es soll auch noch revolutionär sein, was das Unternehmen uns irgendwann liefert. Die Ankündigungen versprachen enorme Fortschritte bezüglich Mixed Reality. Kürzlich sind nun weitere Details zum Produkt veröffentlicht worden. In diesem Sommer soll es nun soweit sein. Und es wird auch schon sein 21. Juni 2018 ausgeliefert. Bis zum 22. September bekommen dann einige Entwickler die Geräte an die Hand.

Außerdem gibt es auch einige Informationen zur verwendeten Technik. Im Gerät soll der Tegra X2 von NVIDIA zum Einsatz kommen. Verglichen mit Spielekonsolen liegt Magic Leap damit vor der Nintendo Switch. Und die grafische Darstellung spielt ja bekanntlich bei Mixed Reality eine zentrale Rolle. Je besser die Darstellung desto mehr werden die digitalen Information mit der realen Welt verschmelzen.

Magic-Leap-Konzept mit Gürtelrechner

Vergleichbar ist die Magic Leap mit der HoloLens von Microsoft. Allerdings gibt es bezüglich des Hardwareaufbaus einen entscheidenen Unterschied. Die Recheneinheit mit eben dem genannten NVIDIA Tegra X2 befindet sich nämlich nicht im Brillenteil. Vielmehr gibt es noch ein Zusatzgerät, das einem Mini-PC ähnlich daher kommt.

Magic Leap
Bildquelle: Magic Leap

Der Mini-PC kann zum Beispiel am Gürtel des Nutzers befestigt werden. Ähnliche Konzepte verfolgen auch Vuzix in Zusammenarbeit mit Toshiba. Auch die Kopin Golden-i setzt auf diese Konzept. Bei all diesen Geräten ist also eine Verbindung zwischen dem eigentlichen Brillenteil und dem Mini-PC notwendig.

Einerseits ist das natürlich unbequem für die Nutzer. Man hat eben nicht nur eine etwas dickere Brille, die es aufzusetzen gilt. Hinzu kommt noch das Verbindungskabel zum Rechner. Allerdings ergibt sich dadurch noch ein technischer Vorteil. In dem zusätzlichen Rechner lässt sich nämlich besser ein größerer Akku verbergen. Am Gürtel fällt die Last wesentlich geringer auf als am Kopf.

Linux als Betriebssystem

Auf der externen Recheneinheit läuft ein eigenes Betriebssystem das den Namen “Lumin” trägt. Gemäß einem Beitrag zu Magic Leap von Venturebeat ist das ein 64-Bit-Betriebssystem auf Linux-Basis. Insbesondere für die Grafik stehen OpenGL 4.5, OpenGL ES 3.1 und Vulkan zur Verfügung. Für Entwickler ist auch die Entwicklungsumgebung Unity interessant. Sie wird auch unterstützt.

Bei der Leistungsbewertung hat Mixed Reality einen naturgegebenen Vorteil. Der Hintergrund muss nämlich nicht vom Prozessor gerendert werden, sondern wird ja durch die Realität bereits geliefert. Die Renderleistung kann also vollständig für die Darstellung der überlagernden Grafik eingesetzt werden. Allerdings kommt noch die Rechenleistung für die Analyse der Umgebung hinzu. Pointclouds der Sensoren müssen ja analysiert werden. Daraus werden dann die Modelle für die Umgebung gebildet.

Magic Leap stellt dazu auch ein Demo Video auf Twitch zur Verfügung. Darin kann man allerdings noch nicht überdurchschnittliche Grafikqualitäten beobachten. In der Demo wird ein Objekt auf einer Oberfläche platziert. Über eine Handbewegung ist auch Interaktion zwischen Realität und Virtualität möglich.

Unterstützung durch AT&T

Zugleich wurde bekannt gemacht, dass mit AT&T enger zusammengearbeitet wird. Einerseits betrifft das den Vertrieb. AT&T ist der exklusive Vertriebspartner für Magic Leap in den USA. Außerdem investiert der Telekommunikationsriese in das Unternehmen Magic Leap einen ungenannten Betrag.

Allgemein ist die neue Gerätekategorie natürlich interessant für Telekommunikationsprovider. Bereits einige Zeit zuvor hatte AT&T eine Zusammenarbeit mit Aira bekannt gegeben. Bei Magic Leap geht es zwar um andere Anwendungsfelder, aber mobile Datenübertragung ist dabei natürlich auch höchst bedeutsam.

Evolution oder Revolution?

Vergleicht man den aktuellen Stand von Magic Leap mit dem der Konkurrenten, dann fragt man sich, ob es wirklich die versprochene Revolution ist. Bedeutende neue Eigenschaften besitzt auch dieses neue Gerät nicht. Vielmehr ist es eher auf einem ähnlichen Stand wie die Marktbegleiter HoloLens oder Meta 2.

Der aktuelle Zustand erinnert ein bisschen an andere Technologie und deren Markteinführung. Beispielsweise bei UMTS wurde auch lange nach der Killerapp für die damals höheren Datenraten gesucht. Es hatte sich dann herausgestellt, dass die Möglichkeiten zur Kommunikation und eine veränderte Mediennutzung die wesentlichen Treiber sind. Spezielle neue Anwendungen, die es vorher nicht schon in irgendeiner anderen Anwendung gegeben hätte und die die höheren Datenraten ausnutzen, sind eben nicht aufgekommen.

Interessant ist das Gebiet Mixed Reality auf jeden Fall. Die konkrete Entwicklung und künftige Anwendungen bleiben spannend.

Bildquelle: Magic Leap (magicleap.com)

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